Silvain Wyler

Aus Philatelie, Wissen was Sache ist.
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Silvain Wyler im Dezember 2013.
Todesanzeige der Familie 14.11.2014 NZZ und Tagi.
Todesanzeige des Stiftungsrats 14.11.2014 NZZ.

Silvain Wyler (4.7.1927-4.11.2014) war über ein halbes Jahrhundert Briefmarkensammler. Das Interesse an den Briefmarken wird bereits im Vorschulalter geweckt. Während der Schulzeit ist der Pausenhof der Schule Mittelpunkt für Tausch, Kauf und Verkauf mit den anderen Schülern. Nur vor dem Schulabschluss und in den Lernjahren ruht die Philatelie für einige Zeit.

Während einer Krankheit, die ihn eine ganze Weile an das Haus fesselt, intensiviert Silvain Wyler die Sammeltätigkeit wieder. Zunächst entdeckt er die Faszination der Briefe, Marken und Stempel, die in seiner Heimatstadt Rapperswil verwendet wurden. Als die Heimatsammlung an philatelistische Grenzen stösst und weitere Stücke kaum noch gefunden oder erworben werden können, entschliesst sich Silvain Wyler die Briefmarken seines Heimatlandes Schweiz zu sammeln. Kantonal-Ausgaben, Bundesmarken, Strubel und Sitzende Helvetia gezähnt lassen ihn fortan nicht mehr los.

Über viele Jahre entsteht eine der bedeutendsten heute existierenden Briefmarken-Sammlungen des Gebietes Altschweiz. Unter dem Pseudonym „ Seebub“ wird die Alt-Schweiz Kollektion international vielfach prämiert.

Vom Publikum bestaunt und von der Jury hoch bewertet erhält „ Seebub“ auf der IBRA in Nürnberg 1999 den Grand Prix International.

Auf der Suche nach neuen Herausforderungen in der Philatelie wird der Sammler auf die Briefmarken Österreichs aufmerksam. Speziell die Ausgaben des Kaiserreiches üben eine grosse Faszination aus. Dazu kommt die Zeit der politischen Veränderungen in Europa, die sich in den Markenausgaben Österreichs, der Gebiete Lombardei und Venetien sowie Ungarn zeitgleich widerspiegeln: Unterschiedliche Währungen in den österreichischen Gebieten, Währungsreformen, Anschluss der italienischen Gebiete Lombardei und Venetien an das sich formierende Italien und schliesslich die Autonomie Ungarns mit eigenen Briefmarken. Die Kollektion „Kaiserreich Österreich“ wird zum philatelistischen Geschichtsbuch.

Überhaupt bekommen die postgeschichtlichen Aspekte in der Philatelie für Silvain Wyler im Laufe der Zeit eine immer grössere Bedeutung. Nicht nur bei seiner Sammlung „Kaiserreich Österreich“, sondern auch bei verschiedenen anderen Kollektionen. Neben der traditionellen Sammlung Alt-Schweiz entsteht eine Kollektion „Brief-Destinationen“ mit einem Schwerpunkt aus der Zeit vor der Gründung des Weltpostvereins 1875. Nicht nur die in das Ausland mit Schweizer Briefmarken frankierten Briefe finden sein Interesse. Auch die sogenannte „incoming mail“, also Briefe aus aller Welt in die Schweiz gelaufen, werden ein wichtiger Teil der Kollektion.

Eine ähnliche postgeschichtliche Sammlung „incoming and foreign mail“ hat Silvain Wyler von Frankreich aufgebaut, dazu noch eine Kollektion „Auslandsfrankaturen der Altdeutschen Staaten“.

Silvain Wyler ist längjähriges Mitglied der schweizerischen Vereinigung für Postgeschichte, seit einigen Jahren Mitglied im Collectors Club, New York. Darüber hinaus ist er der Philatelie in der Schweiz durch Mitgliedschaften in mehreren Vereinen verbunden.


Millionensammlungen

  • Der Amerikaner Bill Gross, Gründer der ­Anlagefirma Pimco, hat sich die ­bekannte Sammlung der Thurgauer Textilfamilie Anderegg für rund zehn Millionen Franken ­zugelegt.
  • Eine kostbare Sammlung mit Schweizer Raritäten besitzt der Israeli Joseph Hackmey. Ihm gehört auch die mit 348 000 Franken teuerste Schweizer Marke – die hellblaue Rayon I mit vollständiger Kreuz­einfassung.
  • Der Norweger Jo Kvernberg ersteigerte 2010 mehrere exklusive Stücke der Ticino-Sammlung.
  • Eine bedeutende Sammlung aus der Schweiz besitzt Erivan Haub, Chef der Tengelmann-Gruppe.
  • Eine bedeutende Sammlung aus der Schweiz besitzt der Exilschweizer Hugo Göggel.
  • Der Rapperswiler Markenhändler Silvain Wyler lässt derzeit seine Sammlung «Seebueb» in Tranchen versteigern und den Millionenerlös einem Kinderhilfswerk in Israel zukommen.